Bei Anruf: Adrenalin. So meistern Sie Telefoninterviews chefmäßig (Teil 1)

Oft müssen Bewerber ein telefonisches Interview überstehen, bevor sie zum Vorstellungsgespräch vor Ort eingeladen werden. Das ist eine Herausforderung: Wie überzeugen Sie einen Gesprächspartner, den Sie weder kennen noch sehen? Perfekte Vorbereitung ist der erste Schritt auf dem Weg in die zweite Auswahlrunde.

Wenn Sie schon ein paar Mal den Job gewechselt haben, ein halbwegs selbstbewusster Typ sind und nicht gerade unter nervösen Angstzuständen leiden, dann stellen Vorstellungsgespräche Sie wahrscheinlich nicht vor allzu große Herausforderungen. Woran man sich jedoch, aus meiner Erfahrung, auch als Profi nie so richtig gewöhnen kann, sind Telefoninterviews. Und dabei werden solche Interviews immer wichtiger! Größere Unternehmen, die überregional rekrutieren, führen mittlerweile fast alle vor dem eigentlichen Bewerbungsgespräch Auswahlinterviews am Telefon durch. Das erste Beschnuppern soll sicherstellen, dass zumindest die grundsätzliche Passung stimmt, bevor beide Parteien den zeitlichen und finanziellen Aufwand eines Vor-Ort-Gesprächs auf sich nehmen. Damit Sie sich im nächsten Schritt in Person präsentieren und Ihr ganzes Charisma ausspielen können, müssen Sie erstmal das Telefonat überstehen.

Am Telefon fällt ein großer Teil der nonverbalen Kommunikation weg, der uns sonst in Gesprächssituationen Sicherheit gibt: Wir können uns zum Beispiel keinen ersten optischen Eindruck unserer Gesprächspartner machen. Wir sehen während des Interviews nicht an ihren Gesichtsausdrücken, ob Sie unsere Ausführungen total spannend finden, oder fast einschlafen. Unser Kloß im Hals schlägt sich direkt auf unsere Stimme nieder – und wir können das nicht mal durch ein gewinnenden Lächeln kompensieren. Eigentlich keine guten Voraussetzungen.

Perfekte Vorbereitung gibt Ihnen Sicherheit

Um trotzdem überzeugen zu können, ist perfekte Vorbereitung der Schlüssel. Folgendes gehört auf Ihre Checkliste:

  • Fragen Sie nach, wie das Interview abläuft. Ist es eher zwangloser Smalltalk mit dem Personaler, oder werden Sie gleich in größerer Runde durch den Fleischwolf gedreht? Wenn Sie wissen was auf Sie zukommt, Softeis oder Fleischwolf, werden Sie nicht durch eine unerwartete Situation aus dem Konzept gebracht. Mit wem sprechen Sie (Name, Funktion)?  Wie lange dauert das? Welche Vorbereitung ist notwendig?
  • Do your homework. Recherchieren Sie über das Unternehmen und Ihre Gesprächspartner. Schauen Sie sich Webseite und Social-Media-Profile genau an und finden Sie heraus, mit wem Sie es zu tun haben. Versuchen Sie, einen Eindruck der Unternehmenskultur und der Denkweise der Betreffenden zu gewinnen. So können Sie sich ein ungefähres Bild machen, wen Sie später an der Strippe haben – Typ “harter Hund” oder eher “guter Kumpel” oder “Profi” – und sich mental darauf einstellen.
  • Arbeiten Sie einen Elevator Pitch aus. Telefoninterviews starten (nach dem Smalltalk) oft mit der Aufforderung: “Erzählen Sie doch etwas über sich.” Da will der Gegenüber keine Lebensgeschichte und Details aus der Abizeit hören, sondern einen knappen Ein-bis-zwei-Minuten-Vortrag, wer Sie heute sind, was Sie machen und wo Ihre Reise hingehen soll. Wenn Sie diesen Part gut ausgearbeitet und auch bei einem Glas Wein geübt (!) haben, können Sie gleich zum Beginn des Interviews richtig Eindruck schinden.
  • Bereiten Sie Projekte oder Arbeitsbeispiele vor. Relevante Erfahrungen sind unschlagbare Argumente, wenn Sie in die engere Auswahl kommen wollen. Erstellen Sie daher eine Liste mit Ihren bisherigen Projekten, die zur neuen Position passen. Arbeiten Sie eine kurze inhaltliche Beschreibung aus, welche Herausforderungen es gab und welche Erfolge Sie feiern konnten. Ein paar Details, wie Sie die Projekte durch Ihre speziellen persönlichen Stärken vorangebracht haben, schaden ganz sicher auch nicht.
  • Denken Sie sich Fragen aus. Am Ende des Interviews bekommen Sie fast immer die Gelegenheit noch Fragen zu stellen. Selbst wenn für Sie alles klar ist, signalisieren zwei oder drei wohlüberlegte Fragen Interesse und Engagement.

Derart gut vorbereitet, gewinnen Sie Sicherheit und können selbstbewusst ins Telefoninterview starten.

Wie Sie sich während des Interviews gut präsentieren und Fettnäpfchen vermeiden können, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Artikels.

Ihr Sascha Frank

Bild: Unsplash

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