Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie von einem Roboter ersetzt werden

Mit Montagerobotern und Rechenmaschinen fing es an: Wir haben seit langem Aufgaben an Maschinen delegiert und waren dankbar. Jetzt werden die Computer immer schlauer, Roboter verhalten sich wie Menschen und sehen auch so aus. Und wollen unsere Jobs übernehmen. Ist das Science Fiction? Ist das schlecht? Weder noch.

Was haben Fließbandarbeiter, Call-Center-Agents und Börsenmakler gemeinsam? Deren Jobs werden heute schon von Automaten, also Robotern und Computerprogrammen erledigt. Wie sieht es mit LKW-Fahrern, Köchen und Schiedsrichtern im Sport aus? Die werden mittelfristig Ihre Arbeit an die chip-gesteuerten Kollegen verlieren und sollten sich beizeiten neu orientieren. Das US-Radionetzwerk NPR hat ein Tool entwickelt, das für die verschiedensten Berufe errechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit diese in den kommenden 20 Jahren durch Automaten erledigt werden. Probieren Sie es mal aus. Kleiner Tipp: Sozialarbeiter, CEO oder Modedesigner sind eine gute Wahl für die Zukunft!

Roboter machen in letzter Zeit ziemlich Schlagzeilen. Großkonzerne und Forschungsinstitute arbeiten unter Hochdruck an künstlichen Intelligenzen und wetteifern um die kühnsten Prognosen, wann wir Menschen überhaupt nicht mehr arbeiten müssen. Uns kommt das vielleicht wie Science Fiction vor, im Grunde ist es nur die Fortsetzung einer lang andauernden Entwicklung. Wir vergleichen Versicherungen in Internetportalen, kaufen Zugtickets am Automaten und lassen unseren Vorgarten von Mährobotern nanometergenau trimmen. Früher haben das Menschen erledigt, heute Maschinen. Machen wir uns darüber einen Kopf? Eben.

Vom spezialisierten Automaten für eine bestimmte Aufgabe bis zum wirklich intelligent handelnden „Wesen“ ist es ein weiter Weg. Im so genannten Turing-Test muss ein Bot einen Menschen in einem 5-minütigen Chat, also einer Unterhaltung per Textnachrichten, davon „überzeugen“, dass er auch ein Mensch ist. 2008 wurden an einer britischen Universität sechs Computerprogramme getestet, das Beste davon konnte (nur, aber immerhin) 25% der menschlichen Teilnehmer in die Irre führen. Trotzdem ist die Leistung der selbstlernenden Algorithmen, die heute vor sich hin werkeln, immens. Genauso der Fortschritt der letzten 10 Jahre. Nicht schwer auszumalen also, dass Maschinen in immer mehr Aufgabenbereiche eindringen werden, mit denen wir heute noch zwingend menschliche Kreativität, Schöpfungsgeist und Emotionen verbinden.

Apropos, der in Japan entwickelte Pepper Robot soll sogar die Rolle eines Freundes oder Familienangehörigen einnehmen und reagiert auf die Stimmungen um ihn herum. Kein Witz!

Die 1.000 verfügbaren Stück des Roboters waren innerhalb einer Minute ausverkauft. In Japan gibt es auch das weltweit erste Hotel, das fast ausschließlich von Robotern betrieben wird, vom Rezeptionisten bis zum Zimmermädchen. Es steht in einem Vergnügungspark, muss man dazu sagen, wo es sicher ein Erlebnis ist, wenn ein Robosaurier einem den Zimmerschlüssel aushändigt. Persönliche Note hin oder her, auf jeden Fall ist das spaßiger als manches Budget-Hotel, wo ich nach 20 Uhr am Automaten mit schlecht reagierendem Touchscreen einchecken muss.

Jedenfalls, mich schreckt das alles nicht. Falls der Job des Recruiters bald nicht mehr nötig sein sollte, weil keine Stellen mit Menschen mehr besetzt werden müssen, habe ich mir folgendes überlegt: Ich benenne mein Unternehmen um in e-spiridon und vermittle Roboter an meine Klienten. Besser noch, ich werde mir einen Roboter bauen lassen, der die Vermittlung übernimmt. Und Golf spielen. Oder so.

Ihr Sascha Frank

Bild: Fotolia – charles taylor

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