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„Mehr-Generationen-Haus“ – Nur mit Wertschätzung machen Sie aus Alt und Jung ein echtes Team

Jung und alt ergänzt sich gut, auch im Berufsleben. Die Jugend bringt Tatkraft und frische Ideen mit, die Seniors steuern Erfahrung und strategischen Weitblick bei. Soweit die Theorie. Doch was ist, wenn sich immer weniger Nachwuchs scheinbar gegen eine Übermacht älterer Mitarbeiter behaupten muss? Wie schafft man ein wertschätzendes Miteinander?

Wir Deutschen können ja – zumindest nach eigener Einschätzung – so ziemlich alles. Nur Kinder kriegen, darin sind wir ziemlich schlecht. Das mag seine Gründe haben, aber davon vielleicht ein andermal. Jedenfalls, das Durchschnittsalter der Belegschaften steigt und so machen sich die Arbeitgeber (gezwungenermaßen) Gedanken darüber, wie sie ihre Mitarbeiter möglichst lange fit halten können.

Einerseits gibt es also immer mehr ältere Arbeitnehmer. Andererseits wird die Wirtschaft immer dynamischer, das Arbeitsleben erfordert immer mehr Flexibilität, permanent verändern neue Technologien die Art, wie wir arbeiten. Das sind Entwicklungen, die mitzugehen man eigentlich den “Jungen” zuschreibt, der Generation Y und mittlerweile schon Z. Ein Dilemma, das es für beide Seiten nicht leicht macht. Eigentlich wissen beide Seiten: Wir brauchen einander. Trotzdem sind die Gräben tief, zwischen “plötzlich sind wir also vom Alten Eisen und sollen aufs Abstellgleis geschoben werden” und “nur weil sie älter sind denken wie wohl, sie wüssten alles besser”. Die Alten fürchten um ihren Arbeitsplatz, um Geringschätzung ihrer Erfahrung. Die Jungen fürchten mit ihren Ideen nicht gehört zu werden und nicht voranzukommen, weil die Führungspositionen blockiert sind.

Was tun? Gute Frage. Die Idealantwort lautet: Sorgen Sie dafür, dass sich alle Generationen in Ihrem Unternehmen als Team fühlen. Dass es kein „Wir“ oder „Die“ gibt und dass sich alle ihrer Stärken und Schwächen bewusst sind und der jeweils andere als Ergänzung wahrgenommen wird. Schön wär’s. Die Wahrheit ist: es ist ein langer, harter Weg dorthin. Aber man kann durchaus etwas tun, um die gegenseitige Wertschätzung zwischen den Generationen zu fördern. In einem Modellprojekt erforscht die Firma Datev, wie altersgemischte Teams zusammenarbeiten und welche Effekte sich daraus fürs Unternehmen ergeben, speziell was die Innovationsfähigkeit betrifft. (Es lohnt sich, mal den ganzen Artikel auf ZEIT online zu lesen.) Datev hat vor allem Rahmenbedingungen geschaffen, in denen sichergestellt ist, dass alle voneinander lernen. Und nicht einer den Ton vorgibt. So helfen bspw. jüngere ihren älteren Kollegen Online-Tools effizient zu nutzen. Diese Älteren wiederum helfen dem Nachwuchs, neue Ideen richtig einzuschätzen und auf Praxistauglichkeit zu prüfen.

Da ist wieder das Klischee, aber warum soll das schlecht sein. Ob wirklich bessere Ideen in diesem Rahmen entstehen, so weit ist die Studie noch nicht. Auffällig ist aber, dass alle, ältere wie jüngere, gefühlt aus der Zusammenarbeit profitiert haben. Sie fühlen sich geschätzt und haben auch den engeren Kontakt zur jeweils anderen Altersgruppe als Bereicherung empfunden. Wertschätzung soll also der Schlüssel sein? Klingt so selbstverständlich wie altmodisch. Wird aber vielleicht vor lauter KPIs, Management-by-irgendwas-Methoden und Kaizen-Konzepten gerne vergessen.

Über dieses Ergebnis darf man also ruhig eine Weile nachdenken.

Wie sieht das in Ihrem Unternehmen aus? Sorgen Sie gezielt für den Austausch zwischen den Kollegen verschiedener Generationen oder läuft das von alleine? Schreiben Sie mir per Mail oder hinterlassen Sie unten einen Kommentar zum Artikel.

Ihr Sascha Frank

Bild: Fotolia – makis7

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