Coach; ja bitte. Couch: nein danke.

Viele deutsche Führungskräfte zeigen sich immer noch zugeknöpft, wenn sie zum Thema Coaching befragt werden. Bloß keine Schwächen zeigen! Doch wandelt sich das Image des Coachings langsam, aber sicher zum Positiven. Viele erkennen die Vorteile und ergreifen selbst die Initiative. Studien zeigen, dass Coaching auch in deutschen Konzernen schon zum Alltag gehört.

Was man früher nur hinter vorgehaltener Hand erwähnen konnte wird von der neuen Management-Generation offen ausgesprochen: „Ich lasse mich coachen.“ Das Image von Coaching hat sich in den vergangenen fünf Jahren positiv gewandelt. Heute setzen erfolgreiche Unternehmen auf die gezielte Förderung ihrer Führungskräfte. Sie bereiten sie auf neue Herausforderungen vor und bestärken sie bei der individuellen Weiterentwicklung. Denn hinter jedem erfolgreichen Unternehmen stehen Menschen. Die wenigsten Vorhaben scheitern an fehlendem Know-how oder an der Machbarkeit, sondern am konstruktiven Zusammenwirken der Beteiligten.

Genau hier setzt Coaching als persönliches Beratungsangebot für Führungsverantwortliche und Entscheider an: Business Coaching eröffnet den Zugang zum eigenen Arbeits- und Führungsstil. Im Verlauf der gemeinsamen Einzelarbeit mit dem Coach oder auch in Team-Coachings bauen Mitarbeiter ihre Handlungskompetenz aus und können situationsadäquat handeln. Das erhöht die Effizienz und damit die Wirtschaftlichkeit im Unternehmen.

Bereits 74% der DAX-, M-DAX, TEC-DAX und S-DAX-Konzerne setzen individuelle oder teambezogene Coaching-Instrumente bei der Entwicklung ihrer Führungskräfte ein. So das Ergebnis der Studie „Die Akzeptanz von Management Coaching in Corporate Germany” vom November 2010. International agierende Großkonzerne aus Deutschland setzen schon seit mehr als zehn Jahren auf persönliches Coaching. Auch im Mittelstand bereitet man sich mithilfe von Coachings auf die großen Herausforderungen vor, z. B. im Rahmen eines Generationenwechsels. Laut einer anderen aktuellen Studie geht dabei die Initiative zu 60% von den Führungskräften selbst aus. Eine erfreuliche Entwicklung! Die Mehrzahl der Befragten gab an, dass das Coaching vom Unternehmen bezahlt wird. Denn in der Regel sind die Anlässe für ein Coaching berufsbezogen: neue Aufgaben, Verbesserung der eigenen Führungsrolle, Begleitung von Veränderungsprozessen, Stress, Work-Live-Balance und Burnout.

Lange musste ein Chef mindestens Übermensch sein, musste alles können und wissen und unbegrenzt Power haben. Wer sich als Coachee „outete“, hatte sein Weichei-Image weg. Anders als in den USA und Großbritannien zeigen sich deutsche Führungskräfte immer noch teils zugeknöpft, wenn sie zum eigenen Coaching befragt werden. Aus falscher Scham heraus wird geschwiegen. Leider hält sich hartnäckig das Vorurteil, Coaching hätte etwas mit der Couch, also mit Psychotherapie oder anderen „Behandlungen“ zu tun. Was überhaupt nicht stimmt. Deshalb freue ich mich sehr darüber, dass das Thema Coaching immer mehr in der Mitte der Gesellschaft und der Wirtschaft ankommt. Je mehr darüber diskutiert und geschrieben wird und je mehr Menschen eigene Erfahrungen sammeln, desto schneller können Vorbehalte und Vorurteile abgebaut werden.

Ihr Sascha Frank

(Bild: istockphoto – HolgerThalmann)

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