Ein bisschen mehr Spaß muss sein

Die leistungssteigernde Wirkung positiver Gefühle ist zigfach nachgewiesen worden. Trotzdem haben Unternehmen die gute Laune als Motivationsfaktor bisher nicht entdeckt, in vielen deutschen Büros herrscht Lachverbot. Dabei fördert gute Laune gerade die Eigenschaften, die heute gefragt sind: Kreativität, Belastbarkeit, Teamfähigkeit. Wollen wir darauf verzichten?

Sagen wir es mal so: Frohsinn ist nicht unbedingt eine Eigenschaft, die wir Deutschen erfunden hätten, wenn es sie noch nicht gegeben hätte. Grundlose Fröhlichkeit ist uns suspekt, gilt als naiv, und Optimismus ist nur mit der Vorsilbe ‚Zweck‘ erlaubt. Preußische Könige, zynische Philosophen und das schlechte Wetter in unseren Breitengraden sind daran schuld. Zum Glück hat sich unser Gehirn bisher als äußerst resistent gegen diese bierernsten Einflüsse erwiesen. Unbehelligt von allen gesellschaftlichen Konventionen schüttet es Glückshormone aus, wenn wir lachen, versetzt uns in Hochstimmung und pumpt uns mit natürlichem Doping voll. Positive Gefühle steigern unsere Leistungen, regen uns zu Aktivität an, machen uns schmerz- und stressresistent und fördern die Kreativität. Und vor allem: Sie sind ansteckend.

Gute Laune als Erfolgsrezept für Menschen und Unternehmen darf nicht unterschätzt werden. Warum? Positive Menschen machen leichter Karriere. Sie wirken sympathischer, werden öfter weiterempfohlen, sind besser in Erinnerung. Und wie gesagt verleihen Glückshormone Bärenkräfte: Die Arbeitsergebnisse des Frohsinnigen werden deutlich besser ausfallen als die des Dauernörglers. Jetzt stellen Sie sich mal vor, wie es sich auswirkt, wenn plötzlich 20 Menschen einer Abteilung mit Serotonin, Dopamin und Endorphin gedopt sind und die kollektive gute Laune ausbricht. Jeder kann nicht nur seine individuelle Leistung steigern, sondern die Kollegen motivieren sich auch noch gegenseitig und ziehen an einem Strang. Gar nicht auszudenken! Ist es dieser Gedanke, der einigen Chefs Angst macht? So dass sie sich zu Verhaltensweisen genötigt fühlen, durch die bei ihren Mitarbeitern gute Laune – wenn überhaupt – nur am Wochenende aufkommen kann?

Ein Wort an die Führungskräfte. Ihr seid fachlich top und das 1×1 des Managements beherrscht ihr im Schlaf, das muss mal gesagt werden. Doch jetzt wird es Zeit, dass ihr eine weitere Rolle einnehmt: Seid Motivator! Seid positiv! Seid vor allem humorvoll und lustig! Vergesst Incentives, Boni und Psychotaktiken. Sorgt für gute Laune und eure Leute werden motiviert sein. Vergesst Kreativtechniken, Chartanalysen und endlose Meetings. Sorgt für gute Laune und eure Leute werden vor Kreativität nur so sprudeln und Probleme mit Leichtigkeit lösen. Vergesst Teamworkshops und Soft-Skill-Schulungen. Denn wer glücklich ist, ist automatisch auch zu anderen gut und fördert Gemeinsamkeiten.

Jetzt denken Sie sicherlich: ‚Gleich rät der Sascha Frank noch, dass wir uns alle an den Händen nehmen und uns lieb haben sollen.‘ Nein, das hat nichts mit Friede, Freude, Eierkuchen zu tun. Ferner nehmen Ihre Mitarbeiter Ihnen das auch nur ab, wenn es ehrlich gemeint ist und authentisch rüberkommt. Zahlreiche Studien als auch Beispiele aus der Praxis zeigen, dass gute Laune und ein positives Klima wirksamer sind als alle anderen Maßnahmen zur Leistungssteigerung. Und dass uns Glücklich sein nicht nur bei der Karriere hilft, sondern hauptsächlich unser Leben lebenswerter macht, ist doch ein schöner „Nebeneffekt“. Auf zum Glücklich sein, fertig, los!

Ihr Sascha Frank

(Bild: fotolia – emmi)

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