Einmal neues Wissen volltanken, bitte

Will jemand vorankommen, ist Weiterbildung ein Muss. IT-Führungskräfte sollten auch in den Bereichen BWL, Strategie und Leadership ihre Kenntnisse erweitern. Auch wenn diese Themen nicht zu den Kernkompetenzen gehören, kommt man ständig damit in Berührung. Kompaktseminare können einen guten Einstieg bieten, ohne Unterbrechung der Berufstätigkeit.

Das Verhältnis zwischen IT und der kaufmännischen Abteilung ist kein Selbstläufer. Die einen reden in Kennzahlen und Management-Vokabeln, die anderen in Technikbegriffen und Code-Schnipseln. Damit die Kooperation reibungslos funktioniert, müssen Brücken gebaut werden. Es sollte zumindest einer von beiden ein Stück weit Einblick in das Gebiet des anderen haben. Das gilt vor allem für IT-Führungskräfte, die regelmäßig mit den anderen Abteilungen und der Geschäftsführung zusammenarbeiten oder verhandeln müssen.

Wer sich bspw. mit gängigen betriebswirtschaftlichen Instrumenten schwer tut, kommt schnell unter die Räder. Was liegt also näher, als sich weiterzubilden? Die Wahl fällt oftmals auf jobverträgliche Kompaktseminare. Einige Business-Schools bieten so genannte Mini-MBAs an. Das Konzept sieht meist 3-4 einwöchige Seminarblöcke vor oder findet an Wochenenden statt, die über ca. ein halbes Jahr verteilt sind. So brauchen die Teilnehmer ihren Job nicht unterbrechen, können ihren Urlaub nutzen oder Überstunden abbauen. Dagegen erfordert der „richtige“ MBA eine Auszeit von ein bis zwei Jahren, endet dann aber mit dem verbrieften Abschluss.

Die Mini-MBAs richten sich an erfahrene Praktiker, die an der Schwelle zu höheren Aufgaben stehen und sich folglich in die betriebswirtschaftliche Welt einarbeiten müssen. In den Kompaktkursen erhalten die Teilnehmer das nötige Rüstzeug, um Kalkulationen erstellen und Bilanzen oder Balanced Scorecards verstehen zu können. Komprimiertes Wissen: einmal volltanken, bitte. Ziel ist nicht die Perfektionierung: IT-Führungskräfte bleiben ja weiterhin in der IT. Ziel ist vielmehr, die Berührungsängste mit den neuen Aufgaben zu nehmen und einen Blick auf das große Ganze zu gewinnen. Dass man in drei oder vier Wochen nicht zum Managementgenie mutiert, versteht sich von selbst. Auch ein voller Tank bringt nichts, wenn niemand aufs Gas tritt, der Treibstoff nicht verbrannt und in Energie umgewandelt wird.

Ein weiterer positiver Effekt der Kompaktkurse, ist das Knüpfen neuer Kontakte. Die Teilnehmer kommen meist aus ganz unterschiedlichen Branchen und Positionen. Wer schon jahrelang im gleichen Unternehmen beschäftigt ist, hat hier die Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand zu schauen und sein Netzwerk zu erweitern. Gerade IT-ler können sich von anderen, nicht-technischen Branchen befruchten lassen.

Wer sich für die Mini-MBAs interessiert, wird hier fündig: Die European School of Management and Technology, die Leipzig Graduate School of Management und die Uni Kassel bieten entsprechende Programm an.

Die Schnellkurse sind keine Erholung. Knallhartes Büffeln ist angesagt und auch die Freizeit wird dran glauben müssen. Doch wer in der IT Karriere machen will, kann sich nicht mehr an den betriebswirtschaftlichen Themen vorbeimogeln. Für alle, die weit kommen wollen: Machen Sie regelmäßig einen kurzen Stopp an der Wissens-Tankstelle. Sonst bleiben Sie irgendwann auf der Strecke.

Ihr Sascha Frank

(Bild: istockphoto – vasiliki)

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