Ostsee oder Südsee?

Entspannung pur im Urlaub – schön wär´s. Hin- und Rückreise sind meist mit großem Stress verbunden und auch während des Urlaubs stellt sich nicht zwangsläufig Erholung ein. Den meisten ist es trotzdem wichtig, wenigstens einmal im Jahr aus den eigenen vier Wänden rauszukommen. Damit der Urlaub wirklich den gewünschten Erholungseffekt bringt, sollten Sie bei der Planung ein paar Dinge beachten.

Bald ist es wieder so weit. Eines schönes Freitagnachmittags räumen wir den Schreibtisch auf, richten den Autoresponder ein und verlassen befreit unser Büro: Endlich Urlaub! Ab in den Süüüden! Dieses Glücksgefühl hält ungefähr so lange an, bis wir zuhause angekommen sind. Da fängt es nämlich mit dem Stress wieder an. Wir packen Koffer, instruieren unseren Nachbarn in Sachen Blumen gießen und Briefkasten leeren, müssen noch schnell im Supermarkt was besorgen. Am nächsten Tag quälen wir uns mit zehntausenden anderen Erholungssuchenden durch kilometerlange Staus oder reisen über den Wolken, wo die Beinfreiheit alles andere als grenzenlos ist. Auf Rückfahrt oder Rückflug genau dasselbe. Wenn es gut lief, hat die Zeit zwischen Hin- und Rückreise den gewünschten Erholungseffekt gebracht. Oft ist das leider nicht der Fall.

Die Bedeutung des Urlaubs steigt mit dem zunehmenden Druck auf die Arbeitskräfte. Wer im Job stark eingespannt und belastet ist, vielleicht sogar über seine Grenzen, für den ist wenigstens ein längerer Jahresurlaub ein Muss, gesundheitlich wie mental. Zwei bis drei Wochen sollten es schon sein. Eine Woche braucht es meist schon, bis wir vom Stress runterkommen und die Entspannung einsetzt. Müssen wir dann schon wieder an die drohende Rückkehr denken, geht die Erholung gegen Null. Wer verreist, sollte auch nach der Rückkehr nach Hause ein paar Tage Ruhe einplanen, um Reisestress und Jetlag zu verarbeiten. Oder wollen Sie Ihren ersten Arbeitstag völlig gerädert beginnen?

Was den Urlaubsort betrifft ist „einfach weg“ keine gute Devise. Tapetenwechsel ist zwar grundsätzlich eine gute Idee. Urlaub auf Balkonien ist billig und relativ stressfrei, die meisten können jedoch in ihrem gewohnten Umfeld nicht wirklich abschalten, sich nicht wirklich von den Alltagszwängen frei machen. Ob Sie aber an die Ostsee fahren oder in die Südsee fliegen sollten Sie an Ihren persönlichen Bedürfnissen (und natürlich denen ihrer Familie) festmachen.

Wichtig ist, dass Sie im Urlaub das bekommen, was Ihnen sonst fehlt. Oft wird der Fehler gemacht, bei der Urlaubsplanung die Alltagsgewohnheiten als Maßstab zu nehmen. Wer immer in Action ist, plant Aktivurlaub. Wer 46 Wochen im Jahr seinen Bürosessel hütet, legt sich 14 Tage an den Strand. Führungskräfte nehmen Arbeit mit ins Hotel, dank Drahtlos-Internet kein Problem. Wer gewohnt ist, alles zu managen, betätigt sich am Urlaubsort als Familien-Animateur. Dabei sollte es umgekehrt sein. Urlaub sollte ausgleichend wirken. Auch wenn es für den Top-Manager vielleicht im ersten Moment beängstigend scheinen mag, zwei Wochen mal nichts Weltbewegendes zu tun, nichts zu entscheiden, keine Leistung zu bringen. Genauso verkehrt ist ein zu hoher Erwartungsdruck an den Urlaub. Perfekt wird er selten, er löst nicht alle Probleme und Entspannung pur gibt es höchstens auf einer einsamen kleinen Insel. Gelassenheit ist auch im Urlaub eine wunderbare Tugend.

Wie immer Sie es machen: Schönen Urlaub wünsche ich!

Ihr Sascha Frank

(Bild: Bradcraig, Wikimedia)

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