Wie Sie Ihr Wochenende vor Ihrem Chef schützen

Geschäftliche Anrufe nach Feierabend und E-Mails am Wochenende sind keine Seltenheit. Solange das nur im Notfall passiert, in Ordnung. Aber was tun, wenn der Chef regelmäßig Ihre Freizeit in Beschlag nimmt? Mit drei schlauen Taktiken können Sie Ihr Wochenende wieder für sich gewinnen, ohne Ihren Chef vor den Kopf zu stoßen.

Samstag, 10 Uhr, lecker gedeckter Frühstückstisch, die ganze Familie versammelt, draußen scheint die Sonne: Das Wochenende wird super! „Dingding“ macht das Smartphone, eine neue E-Mail, vom Chef, die Sie in leicht panischem Ton an die äußerst dringende Präsentation erinnert, die unbedingt am Montag fertig werden muss. Obwohl Sie die Präsentation fest eingeplant haben und am Montag nur noch letzte Feinheiten erledigen müssen, ist die Stimmung dahin, ihre Gedanken sind bei der Arbeit. Das Wochenende hätte super werden können.

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen

In einer aktuellen Studie gaben 20% der befragten Arbeitnehmer an, dass ihr Diensthandy mindestens einmal pro Woche nach Feierabend klingelt, knapp die Hälfte schaut außerhalb der Arbeitszeiten nach den E-Mails, ein Drittel sogar im Urlaub. Natürlich, viele wollen die Flexibilität und finden auch nichts dabei, ab und an ein paar liegengebliebene Mails zu bearbeiten oder für den Notfall erreichbar zu sein. Doch wenn der Chef von Work-Life-Balance noch nie etwas gehört hat und am Wochenende regelmäßig einen Anfall von Mikromanagement bekommt, kann das schon belastend sein. Und es nervt. Aber mit Ignorieren tut man sich auch keinen Gefallen, schnell entsteht der Eindruck einer Verweigerungshaltung. Wie erkämpft man sich sein störungsfreies Wochenende, ohne es sich mit dem Chef zu verscherzen? Da gilt der gleiche Grundsatz wie bei der Kindererziehung: freundlich, aber konsequent. Drei Taktiken führen zum Erfolg.

Drei Taktiken, mit denen Sie Ihre Wochenenden wieder für sich haben

  • Die Lesebestätigung: Beantworten Sie die E-mail Ihres Chefs dahingehend, dass Sie sein Anliegen zu Kenntnis genommen und die Dringlichkeit verstanden haben. Versichern Sie ihm, dass sich sich gleich nach dem Wochenende darum kümmern werden. Wichtig: Nennen Sie wenn möglich eine feste Deadline, bis wann Sie die Sache erledigt haben werden. Das gibt Ihrer Antwort einen verbindlichen Charakter und sollte Ihren Chef erst einmal beruhigen. Sie vermeiden so auch weitere Rückfragen, die Ihren Puls in die Höhe und Ihre Stimmung weiter in den Keller treiben.
  • Das Freitagsmeeting: Bevor Ihrem Chef am Freitagabend wieder tausend Dinge einfallen, die noch erledigt hätten werden müssen, fragen Sie ihn doch vorher rechtzeitig. Setzen Sie zum Beispiel für jeden Freitag früh ein kurzes Meeting an, bei dem Sie gemeinsam besprechen, welche Aufgaben noch auf jeden Fall vor dem Wochenende erledigt werden müssen und was gleich am Montag ansteht. Schlagen Sie Ihrem Chef vor, bereits jetzt mit den Vorbereitungen für die Aufgaben der nächsten Woche zu beginnen. So wissen Sie beide, dass alles besprochen ist und es ein erholsames Wochenende für Sie beide werden kann.
  • Das Frühwarnsystem: Informieren Sie Ihren Chef, sobald sich abzeichnet, dass eine Deadline nicht oder nur schwer zu halten ist. Besprechen Sie mit ihm, welche Maßnahmen Sie ergreifen können, damit Termin und Qualität des Projekts gewährleistet werden können. Zum Beispiel könnten Sie um Unterstützung durch einen Kollegen bitten. Selbst wenn Sie alleine klar kommen müssen, können Sie wenigstens schon unter der Woche ein paar Überstunden einplanen – natürlich müssen Sie dafür sorgen, dass der Chef davon weiß – und haben dann am Wochenende frei.

Grenzen ziehen, ohne Ihren Chef vor den Kopf zu stoßen

Höchstwahrscheinlich ist Ihr wochenendaktiver Chef kein böser Mensch, der Ihnen absichtlich Ihr Wochenende versauen will. Höchstwahrscheinlich kann er selbst einfach nicht abschalten und gibt den Druck weiter, der auf ihm lastet. Sie verstehen das, wollen aber auch nicht alles mit sich machen lassen. Mit den beschriebenen Taktiken ziehen Sie ein feste Grenze zwischen Arbeit und ihr Privatleben, ohne „Mache ich nicht, ist nicht mein Problem.“ sagen zu müssen. Durch Ihr proaktives Verhalten geben Sie ihm zu verstehen: Sie sind ein Macher. Er kann sich auf Sie verlassen. Sie kümmern sich rechtzeitig um alles und haben gut geplant. Keine Notwendigkeit, Sie auch noch am Wochenende an Ihre Pflichten zu erinnern.

Ihr Sascha Frank

Bild: Fotolia – LoloStock

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